Samstag, 10. Oktober 2026

FRANK BREIDENBRUCH STEFANO GRAZIANO A.R. PENCK 1 + 1 = eins



FRANK BREIDENBRUCH

STEFANO GRAZIANO

A.R. PENCK

1 + 1 = eins

Capua – Palazzo Fazio – 4. Oktober 1996

Gemeinschaftliche Arbeit – „CO-OPERATION WORK“

„1 + 1 = eins“. Aber auch 1 + 1 + 1. Also drei. Denn drei Künstler wirken an dieser ungewöhnlichen Ausstellung mit. Ungewöhnlich zumindest für unsere Zeit. Früher – von den Werkstätten vergangener Zeiten bis zu den Experimenten der Surrealisten – war es durchaus üblich, dass Künstler gemeinsam auf derselben Leinwand, am selben Werk arbeiteten. Heute gibt es diese Zusammenarbeit nur noch vereinzelt.

Es brauchte einen großen Vertreter der zeitgenössischen Kunst wie A.R. Penck, um dieser Tradition neue Lebendigkeit zu verleihen. Gemeinsam mit zwei jungen Künstlern, dem Deutschen Frank Breidenbruch und dem Italiener Stefano Graziano, arbeitete er auf denselben Bildflächen. Dabei vermischten sie ihre Zeichen, ihre Farben und ihre eigenen Welten – ebenso ihre Herkunft und ihre kulturellen Wurzeln.

So entsteht „1 + 1 = eins“. Dies ist der Titel eines Werkes von Frank Breidenbruch und Stefano Graziano, zugleich aber auch das Thema und der Sinn des gesamten Vorhabens. Fügt man den beiden A.R. Penck hinzu, bleibt das Ergebnis dennoch die Einheit des Werkes. Die Begegnung der Künstler bedeutet auch ihre Verschmelzung innerhalb einer gemeinsamen Bildsprache. Daraus entsteht eine Einheit der gegenseitigen Durchdringung, eine verwobene und faszinierende Bildfläche: ein Ort der Verdichtung und des Verflüchtigens der Träume.

Zwei der ausgestellten Werke haben alle drei gemeinsam signiert. Penck, der Meister, versucht darin, seine beiden jungen Kollegen nicht zu überlagern. Gleichzeitig gelingt es ihm, eine Komposition und einen Rhythmus vorzugeben, die beide Leinwände deutlich prägen. Jedes dieser beiden Werke ist eine echte gemeinschaftliche Arbeit.

Besonders radikal sind die sechs von A.R. Penck und Frank Breidenbruch signierten Stelen. Ihre vertikale Ausrichtung steigert die Malerei, die sich in einer erneuerten plastischen Form entfaltet. Sie bilden den idealen Ort für die Begegnung zwischen einem reinen Maler wie Penck und einem Künstler wie Breidenbruch, der ursprünglich Bildhauer ist. Das Streben nach oben verstärkt den Austausch der Symbole und die gegenseitigen Gaben der beiden Künstler. Ihr Zusammenspiel gewinnt zunehmend an Dynamik.

Etwa zwanzig der ausgestellten Leinwände wurden gemeinsam von Frank Breidenbruch und Stefano Graziano geschaffen. Zwei unterschiedliche Künstler unterschiedlicher Nationalität. Der Deutsche liebt ursprüngliche Zeichen, einen Primitivismus der Vernunft. Er zeichnet Herzen und elementare Figuren. Der Italiener verfügt über eine eigene Bildsprache aus Tiergestalten und zeichnet Tiere, die Geschichten umreißen.

Unbewusste Hauptfiguren tauchen aus der Erinnerung auf. Da ist die „Wüste“, die Licht und Landschaften heraufbeschwört. Ironisch ist „Im Maul des Wolfes“ – die italienische Glückwunschformel, die zugleich ein Zeichen der Gefahr ist. Der im Werk dargestellte Wolf sieht seiner eigenen Beschwörung machtlos zu.

Und was lässt sich über die „Giraffen“ sagen? In dieser Werkserie stellt das ungewöhnlich große Tier seinen langen Hals als Diagonale der Bildfläche zur Verfügung. Rundherum liegt ein Universum aus Symbolen, Spuren und Zeichen. In einer der Leinwände findet sich sogar die Erinnerung an irgendein Weihnachtsfest.

„Schatten“ ist ein Grenzzeichen.

Eine Grenze zwischen den beiden Künstlern, aber auch zwischen den Farbflächen der Malerei und der Entwicklung der Zeichen. Die Geste des einen überträgt sich auf den anderen. Doch in jeder Leinwand findet sich ein Verweis auf die Sichtweisen des anderen. Damit wird zugleich die Begegnung aufgeschoben.

Das Werk gewinnt seine Einzigartigkeit dadurch, dass es Grenze und Trennlinie zwischen zwei gegensätzlichen Impulsen ist: parallel verlaufend, manchmal einander überlagernd. Darin liegt sein Geist. So entsteht „1 + 1 = eins“.

Enzo Battarra

Frank Breidenbruch

1963
Geboren in Wuppertal, Deutschland.

1982–1983
Ausbildung zum Steinmetz und Bildhauer.

1985–1988
Arbeitet als Bildhauer in Wuppertal und beteiligt sich an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in seiner Region, beispielsweise in der Galerie Sirene, bei den Postnuklearen Aktionstagen und im Skulpturenpark Leonards.

1989–1990
Ausstellungen in Carrara, Messina, Florenz, Rom, Wuppertal und Solingen. Erster italienischer Preis beim Bildhauersymposium in Ponte Cimato bei Carrara. Beginn des Bildhauerstudiums an der Akademie der Schönen Künste in Carrara.

Zusammenarbeit mit A.R. Penck an der Bronzeplastik „Nachdenkender Arbeiter“, die sich inzwischen im Besitz des Von der Heydt-Museums in Wuppertal befindet. Ausstellung beim Kunsthandel Braun und Schmidt in Wuppertal. Beginn der Arbeit an der Skulpturengruppe „Himmlische Stürzer“ in Zusammenarbeit mit A.R. Penck.

1991
Gruppenausstellung an der Akademie der Schönen Künste in Carrara. Einzelausstellung in der Wendlingkapelle in Weil der Stadt. Zusammenarbeit mit A.R. Penck in den Bereichen Bildhauerei, Grafik und Malerei. Meisterschüler von A.R. Penck.

Teilnahme an einem internationalen Symposium in Fananno [Ortsname unsicher]. Schafft eine Skulptur für die Stadt Teulada auf Sardinien.

1992
Beginn der Entwicklung eines Skulpturen- und Zeichenwegs für Weil der Stadt gemeinsam mit Christof Hußmann. Teilnahme am Symposium „Das Trojanische Pferd“ in Nea Fokea, Griechenland, sowie an der Jahresausstellung der Kunsthalle Barmen. Einzelausstellung in der Galerie Orti Sauli in Genua.

1993
Dreimonatige Studienreise nach Thailand und Bali. Schafft eine Skulptur für Gili Trawangan. Installation des Skulpturenzyklus „Himmlische Stürzer“ in der Galerie Frank Hänle in Frankfurt. Teilnahme an der Art Frankfurt und der Art Basel. Ausstellung in Prag, organisiert von der Galerie Weber aus Turin.

1994
Zusammenarbeit mit A.R. Penck. Relief „Crosta“ für die Taunusanlage in Frankfurt. Schafft einen Brunnen für die Stadt Wuppertal. Ausstellung des gemeinsam mit A.R. Penck entstandenen Zyklus „Begegnung“ in der Living Art Gallery in Mailand.

1995
Im Mai Einweihung der Installation des Skulpturenzyklus „Himmlische Stürzer“ – „Spirituelles Zentrum“ – im Skulpturenpark Gori in Celle bei Pistoia.

Reise nach Italien. Produktion des Films „Reise eines Schattens“. Einzelausstellung in der Stadtsparkasse Wuppertal. Einzelausstellung bei Spichemste in Köln.

A.R. Penck

1939
Am 5. Oktober in Dresden als Ralf Winkler geboren.

1944
Erlebt im Alter von fünf Jahren die Bombardierung Dresdens.
[Diese Jahresangabe steht so im Faltblatt.]

1948–1954
Besucht die Grundschule. Malt seine ersten Ölbilder und verkauft einige davon, insbesondere Porträts.

1955–1956
Wird an den Akademien der Schönen Künste in Dresden und Ost-Berlin nicht aufgenommen. Erste Ausstellung in Dresden. Beschäftigt sich mit Bildhauerei, Malerei, Musik und Film. Begegnung mit Georg Kern, dem späteren Georg Baselitz.

1957
Beginnt die Serie „Rembrandt-Rekonstruktionen“. Entdeckt die Musik von Bach und Scarlatti, aber auch Bebop und Jazz.

1957–1963
Teilt sich mit dem Künstler Peter Makolies ein Atelier in der Löbauer Straße in Dresden.

1960–1961
Die ersten Bilder mit auf wenige Linien reduzierten Figuren entstehen: die „Systembilder“. Verweigert den Militärdienst. Stellt an der Akademie der Schönen Künste in Ost-Berlin aus.

1963–1965
Erste „Weltbilder“. Liest Bücher über Mathematik, Kybernetik und Physik. Eröffnet ein eigenes Atelier in der Langen Straße in Dresden. Begegnung mit dem Liedermacher und Dichter Wolf Biermann.

1965
Stellt im Puschkinhaus gemeinsam mit Künstlern wie Winfried Dierske, Peter Graf, Peter Hermann und Peter Makolies aus. Lernt durch Georg Baselitz den Galeristen Michael Werner kennen.

1968
Erste Modelle und Skulpturen unter dem Begriff „Standart“.

1969
Erste Einzelausstellung in der Galerie Michael Werner in Köln. Verwendet das Pseudonym A.R. Penck.

1970–1972
Veröffentlicht seine theoretischen Schriften „Was ist Standart“ und „Ich-Standart-Iteratur“. Erste Ausstellung der „Standart“-Modelle. Teilnahme an der documenta 5 in Kassel. Erste Zeichnungsausstellung im Kunstmuseum Basel.

1973
Wird zum Militärdienst gezwungen.

1974
Beginnt nach dem Militärdienst mit der Serie „Mike Hammer“ und den „TMI“-Bildern.

1975
Erste große Retrospektive in der Kunsthalle Bern.

1976
Erhält den Will-Grohmann-Preis. Längerer Aufenthalt in einem im Foto nicht eindeutig lesbaren Ort.

1977
Erste Holzskulpturen. Teilnahme an der documenta 6 in Kassel. Begegnung mit Jörg Immendorff in Ost-Berlin. Umzug in sein Atelier in der Gostritzer Straße.

1980
Übersiedlung nach Westdeutschland, nach Kerpen bei Köln. Erhält den Rembrandt-Preis des Goethe-Instituts in Basel.

1981
Retrospektive in der Joseph-Haubrich-Kunsthalle in Köln.

1982–1983
Teilnahme an der documenta 7 in Kassel, der XVII. Biennale in São Paulo, der IV. Biennale in Sydney und der Ausstellung „New York on Paper II“ im Museum of Modern Art in New York.

Beteiligung an der Ausstellung „Die deutsche Transavantgarde“ in der Nationalgalerie für moderne Kunst in San Marino, Italien. Umzug nach London.

1984
Ausstellung in der Tate Gallery in London. Teilnahme an der Biennale von Venedig. Spielt mit verschiedenen Free-Jazz- und Rockmusikern in London, New York, Berlin und Köln.

1985–1988
Arbeitet mit Bronze und beginnt, Marmor zu bearbeiten. Retrospektive seiner Malerei und Zeichnungen in der Nationalgalerie Berlin und im Kunsthaus Zürich. Retrospektive seiner Skulpturen und Zeichnungen in der Kestnergesellschaft Hannover.

1989
Wird zum Professor an der Kunstakademie Düsseldorf ernannt.

1991
Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Keramiken aus der Sammlung Visser im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam. Lebt und arbeitet in Berlin.

1992
Teilnahme an „Allegorien der Moderne“ im Museum of Modern Art in New York, an der documenta 9 in Kassel und an „Parallel Visions: Modern Artists and Outsider Art“ im Los Angeles County Museum of Art.

Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen in der Gemäldegalerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

1992–1995
Zahlreiche Einzelausstellungen in Deutschland, Belgien, England, der Schweiz, den Niederlanden und den USA, darunter:

1992

  • Cornerhouse, Manchester, England.
  • Kunstraum Alex Holm, Ulm: „Arbeiten auf Papier und Skulpturen“.
  • Galerie Rigassi, Bern: „Städte und Frauen“.
  • Hagener Kunstkabinett: „Holzschnitte, Radierungen und Siebdrucke“.
  • Albertinum und Gemäldegalerie Neue Meister, Dresden: „A.R. Penck in Dresden – Analyse einer Situation“.
  • Galerie David Nolan, New York: „Retrospektive der Zeichnungen“.

1993

  • Deutsche Bank, Luxemburg: „Große Skulpturen“.
  • Galerie Faurschou, Kopenhagen: „Decemberstre“.
  • Galerie Coppens, Brüssel: „Arbeiten auf Papier“.
  • Galerie Van Laethem, Rekem-Lanaken, Niederlande: „Erinnerungen an eine andere Welt“.
  • Galerie De la Tour, Basel: „Reliefs“.
  • Museum Künstlerkolonie, Darmstadt: „Keramiken 1990–1993“.

1994

  • Galerie Raab Boukamel, London: „Gemälde und Arbeiten auf Papier“.
  • Museum der Majolika-Manufaktur, Karlsruhe: „Keramiken“.
  • Galerie Frank Hänle, Frankfurt.
  • Galerie Michael Werner, Köln: „Skulpturen“.

Im selben Zeitraum nimmt er an zahlreichen Gruppenausstellungen weltweit teil.

Zu den wichtigsten gehören 1992:

  • Städtisches Kunstinstitut, Frankfurt: „Lücke TPT – Gemeinschaftsbilder von Penck, Gallasch, Kuhnert und Opitz“.
  • Museum Ludwig, Köln: „Bande der Freundschaft – Geschenke von Freunden“.
  • Den Haag, Niederlande: „Das Zimmer, der Spiegel und das Fenster“.
  • Galerie Chabot, Wien: „A.R. Penck – Begegnungen – Andreas Urtei [Name unsicher] – Skulpturen“.

1993

  • Vancouver Art Gallery, Kanada: „Sammlung Vancouver“.
  • E.A.C., Lyon: „Zeitgenössische Selbstporträts“.
  • Rom: „Alle Wege führen nach Rom“.
  • NCAF Yokohama ’93, internationale Messe für zeitgenössische Kunst, Japan.
  • Muo Cocca [Name unsicher], Rom: „Der Maler als Bildhauer“.
  • Galerie Lucio Amelio, Neapel: „Trismegisto“.
  • Galerie Michael Werner, New York: „Fünf Künstler der Galerie“.
  • Galerie Zimmermann, Frankfurt: „A.R. Penck und Frank Breidenbruch – gemeinsam geschaffene Gemälde, Grafiken und Objekte“.
  • National Portrait Gallery, London: „Internationale Ausstellung zeitgenössischer Porträts“.

1994–1995

  • Galerie Susanne Ottesen, Kopenhagen: „A.R. Penck und Don Van Vliet“.
  • Deweer Art Gallery, Otegem, Belgien: „Grafiken von Baselitz, Cucchi, Paladino und Penck“.
  • Galerie Beaubourg, Vence, Frankreich: „Künstlerobjekte“.
  • Galerie Hans Mayer, Düsseldorf: „Flagge zeigen – für Demokratie, gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“.
  • Castel Ivano, Trient, Italien: „Zauber und Transzendenz“.
  • Galerie Michael Werner, New York: „Zeichnungen: Köpfe und Torsi“.
  • MASP / Biennale von São Paulo, Brasilien: „Fünf deutsche Künstler: Georg Baselitz, Jörg Immendorff, Per Kirkeby, Markus Lüpertz und A.R. Penck“.
  • Gallerysm, Seoul, Korea: „Ausdrucksformen – Neue Kunst in Deutschland“.
  • Living Art Gallery, Mailand: „Begegnung – A.R. Penck und Frank Breidenbruch“.
  • Galerie Zachęta, Warschau: „Der Riss im Raum …“.
  • Nationalgalerie der Stadt Prag: „Der Riss im Raum …“.
  • Tokyo Metropolitan Art Museum: „Die Kunst der sechziger Jahre“.
  • Installation des gemeinsam mit Frank Breidenbruch geschaffenen Skulpturenzyklus „Himmlische Stürzer“ im Skulpturenpark Gori in Celle bei Pistoia, Italien.

Stefano Graziano

Stefano Graziano wurde am 2. März 1956 in Teverola in der Provinz Caserta geboren. Schon als Jugendlicher besuchte er Bildhauerwerkstätten, um das Steinmetzhandwerk und die Bearbeitung von Marmor zu erlernen.

1974 schloss er das Kunstgymnasium in Aversa ab. 1978 erhielt er sein Diplom an der Akademie der Schönen Künste in Carrara.

Wichtige Ausstellungen:

1978
Einzelausstellung in der Galerie „Pagina Nuova“ in Carrara.

1979
Einzelausstellung in der Galerie „Centauro“ in Aversa.

1980
Einzelausstellung im „Kulturkreis der Ärzte“ in Aversa.

1981
Teilnahme an der Internationalen Kunstbiennale in Monza, wo er den vierten Preis für Bildhauerei gewinnt. Eine seiner Skulpturen geht an das Museum für moderne Kunst in Venezuela.

1986
Teilnahme an der Expo Arte in Bari.

1986–1992
Beschäftigt sich mit Forschung, Gestaltung und Technologien der Marmorbearbeitung. Entwirft für MELIUS eine Serie skulpturaler Tische.

1993
Empfängt A.R. Penck und Frank Breidenbruch in seinem Atelier. Dort entstehen einige gemeinsam geschaffene Gemälde.

1995
Gruppenausstellung „Erste Internationale Ausstellung für Bildhauerei“ in Massa Carrara. Gruppenausstellung von Skulpturen in der „Villa Sinntrotz“ in Deutschland.

1996
Gemeinschaftsausstellung „1 + 1 = eins“ in Capua: Zusammenarbeit von Frank Breidenbruch und Stefano Graziano unter Mitwirkung von A.R. Penck.

Zu Grazianos Lehrern gehörten Silvio Coppola, Bruno Munari und Getulio Alviani. Über ihn schrieben Florestano Toscano, Luigi Pagano und Piercarlo Santini.

Rückseite

STADT CAPUA
Kulturdezernat

Unter der Schirmherrschaft der
Kulturkooperative CAPUANOVA

Konzeption und Organisation:

ART NOW

Via Monte dei Pegni 41 – Capua
Telefon: 0823/621578




FRANK BREIDENBRUCH

STEFANO GRAZIANO

A.R. PENCK

1 + 1 = uno

Capua - Palazzo Fazio - 4 ottobre 1996

CO-OPERATION WORK

“1 + 1 = uno”. Ma anche 1 + 1 + 1. Vale a dire tre. Perché tre sono gli artisti impegnati in questa insolita mostra. Insolita almeno per i nostri giorni. Perché prima - dalle botteghe di un tempo alle ricerche dei surrealisti - era costante l’esercizio della collaborazione tra artisti sulla stessa tela, sulla stessa opera. Ora questa cooperazione non esiste più, se non in casi sporadici.

Ebbene, ci voleva un grande dell’arte contemporanea come A.R. Penck per dare una nuova vitalità alla tradizione e impegnarsi con due giovani artisti, il tedesco Frank Breidenbruch e l’italiano Stefano Graziano, a collaborare sulle stesse superfici mescolando i propri segni, i propri colori, i propri mondi. Anche le origini, le proprie radici culturali.

Così nasce “1 + 1 = uno”. Che è il titolo di un’opera realizzata da Frank Breidenbruch e Stefano Graziano, ma è anche il tema e il significato dell’intera operazione. Se aggiungiamo ai due A.R. Penck il risultato sarà sempre quello di un’unità dell’opera. L’incontro di artisti significa anche la loro fusione nella singola struttura linguistica, che diventa un’entità della contaminazione, una tabula intricata e intrigante, luogo delle accumulazioni. E della evaporazione dei sogni.

Due sono le opere in esposizione che i tre hanno firmato congiuntamente. Dove Penck, il maestro, cerca di non sopraffare gli altri due giovani colleghi, ma al tempo stesso riesce a dare una partitura e una scansione che contrassegnano e connotano fortemente entrambe le tele. E ognuna delle due opere è un autentico co-operation work.

Estreme sono poi le sei stele firmate da A.R. Penck e Frank Breidenbruch. Il loro sviluppo verticale è un’esaltazione della pittura che si dispone in una rinnovata forma plastica. È il luogo ideale per un incontro tra un pittore puro come Penck e uno scultore qual è in origine Breidenbruch. La tensione verso l’alto amplifica ed esalta la mutuazione di simboli, lo scambio reciproco di doni tra i due artisti. E il gioco di coppia diventa incalzante.

Una ventina sono invece le tele in esposizione realizzate congiuntamente da Frank Breidenbruch e Stefano Graziano. Due artisti diversi di nazionalità diversa. Il tedesco ama i segni primordiali, un primitivismo della ragione. Traccia cuori e figure elementari. L’italiano ha un suo frasario zoomorfo, disegna animali che delimitano storie.

Protagonisti inconsapevoli emergono dalla memoria. C’è il “Deserto” evocatore di luci e di terre. Ed è ironico “In bocca al lupo”, la citazione di un augurio che è anche un segnale di pericolo. Il lupo, presente nell’opera, assiste impotente alla sua esorcizzazione. E che dire di “Giraffe”? È una serie di opere dove lo smisurato animale presta il suo lungo collo a fare da diagonale alla superficie. Tutt’intorno è un universo di simboli, di tracce, di segnali. In una delle tele c’è anche la memoria di chissà quale Natale.

“Ombra” è un segnale di confine.

Tra i due artisti, ma anche tra le campiture della pittura e lo sviluppo dei segni. Il gesto dell’uno si proietta sull’altro. Ma in ogni tela c’è un rimando alle visioni dell’altro. Che è anche un rimandare l’incontro. L’opera acquisisce la sua unicità nel suo essere limite e spartiacque tra due pulsioni contrastanti, parallele, a volte sovrapposte. È questo lo spirito. Nasce così “1 + 1 = uno”.

Enzo Battarra

Frank Breidenbruch

1963
nato a Wuppertal (Germania);

1982-1983
apprendistato come scalpellino e scultore;

1985-88
lavora come scultore a Wuppertal e partecipa a numerose mostre personali e collettive nella sua regione (per esempio Galerie Sirene, Postnukleare Aktionstage, Skulpturenpark Leonards);

1989-90
mostre a Carrara, Messina, Firenze, Roma, Wuppertal e Solingen; primo premio italiano al simposio Carrara a Ponte Cimato; inizia gli studi di scultura all’Accademia di Belle Arti di Carrara; collaborazione con A.R. Penck al bronzo “Nachdenkender Arbeiter”, oggi in possesso del museo Heydt a Wuppertal; mostra a Kunsthandel Braun und Schmidt, Wuppertal; inizia il lavoro al gruppo di sculture “Himmlische Stürzer” in cooperazione con A.R. Penck;

1991
mostra collettiva all’Accademia di Belle Arti di Carrara; mostra personale a Wendlingkapelle, Weil der Stadt; collaborazione con A.R. Penck per lavori di scultura, grafica e pittura; allievo maestro di A.R. Penck; simposio internazionale a Fananno [unsicher]; crea una scultura per la città di Teulada (Sardegna);

1992
inizia la elaborazione di un percorso di sculture e segnali per Weil der Stadt in collaborazione con Christof Hußmann; simposio “Il Cavallo di Troia” a Nea Focea (Grecia), partecipazione alla mostra annuale della Kunsthalle Barmen; mostra personale alla galleria Orti Sauli, Genova;

1993
viaggio studio per tre mesi in Thailandia e a Bali; crea una scultura per Gili Terawangan; istallazione del ciclo di sculture “Himmlische Stürzer” nella galleria Frank Hänle a Francoforte; partecipazione alla Art Frankfurt e Art Basel; mostra a Praga, organizzata dalla galleria Weber di Torino;

1994
cooperazione con A.R. Penck; rilievo Crosta per la Taunus-Anlage, Francoforte; realizza una fontana per la città di Wuppertal; mostra del ciclo “Incontro”, in cooperazione con A.R. Penck alla galleria Living Art, Milano;

1995
in maggio inaugura l’installazione del ciclo di sculture “Himmlische Stürzer” (Centro spirituale) nel parco di sculture Gori, a Celle (Pistoia)
Viaggio in Italia
realizzazione del film “Viaggio di una ombra” mostra personale St. Sparkasse Wuppertal mostra personale a Spichemste [unsicher] (Colonia)

A.R. Penck

1939, 5 ottobre a Dresda, nasce Ralf Winkler;

1944, a cinque anni vive i bombardamenti della città di Dresda;

1948-1954, frequenta la scuola elementare: dipinge i primi quadri ad olio e ne vende alcuni (ritratti);

1955-1956, non viene ammesso all’Accademia delle Belle Arti di Dresda e di Berlino Est; prima mostra a Dresda, si occupa di scultura, pittura, musica e film; l’incontro con Georg Kern (Baselitz);

1957, inizia a lavorare sulla serie “Rembrandt-Rekonstruktionen”; scopre la musica di Bach, Scarlatti, ma anche il Bebop ed il Jazz;

1957-1963, divide lo studio con l’artista Peter Makolies nella Löbauer Strasse a Desdra;

1960-1961, appaiono i primi quadri con figure definite da poche linee (Systembilder); si rifiuta di prestare il servizio militare; espone all’Accademia delle Belle Arti di Berlino Est;

1963-1965, primi “Weltbilder”; legge libri di matematica, cibernetica, fisica; apre un suo studio nella Lange Strasse a Dresda; incontra Wolf Biermann, cantautore e poeta;

1965, espone al Puschkinhaus con altri artisti come Winfried Dierske, Peter Graf, Peter Hermann, Peter Makolies; tramite Georg Baselitz, incontra il gallerista Michael Werner;

1968, primi modelli e sculture “Standart”;

1969, prima mostra personale alla galleria Michael Werner, Colonia; usa lo pseudonimo A.R. Penck;

1970-1972, pubblica le sue teorie:
Was ist Standart;
Ich-Standart-Iteratur [unsicher]; prima mostra dei modelli “Standart”; partecipa alla Documenta 5, Kassel; prima mostra di disegni al museo d’arte di Basilea;

1973, viene costretto a prestare il servizio militare;

1974, finito il servizio militare, inizia le serie “Mike Hammer” e i dipinti “TMI”;

1975, prima grande retrospettiva nella Kunsthalle, Berna;

1976, riceve il premio Will Grohmann; lunga permanenza a L’ippapest [unsicher];

1977, prime sculture in legno; partecipa alla Documenta 6, Kassel; incontra Jörg Immendorf a Berlino Est e si trasferisce nel suo studio a Gostritzer Strasse;

1980, emigra nella Germania Ovest a Kerpen, vicino a Colonia; riceve il premio Rembrandt del Goethe Institut di Basilea;

1981, retrospettiva alla Joseph-Haubrich Kunsthalle, Colonia;

1982-1983, partecipa alla Documenta 7, Kassel, alla Biennale XVII, San Paolo, alla IV Biennale di Sydney e alla “New York on paper II” al museo di Arte Moderna a New York; partecipazione alla mostra “La Transavanguardia Tedesca” alla Galleria Nazionale di Arte Moderna di San Marino, Italia; si trasferisce a Londra;

1984, mostra alla Tate Gallery, Londra; partecipazione alla Biennale di Venezia; suona con vari musicisti Free Jazz e Rock a Londra, New York, Berlino e Colonia;

1985-1988, lavora con il bronzo e inizia a lavorare il marmo; retrospettiva di pittura e disegno alla Galleria Nazionale di Berlino e al Kunsthaus Zurigo; retrospettiva di sculture e disegno alla Kestnergesellschaft, Hannover;

1989, viene nominato professore dell’Accademia di Belle Arti di Düsseldorf;

1991, mostra di dipinti, disegni, sculture e ceramiche della collezione Visser, al Museo Boymans-van Beuningen, Rotterdam; vive e lavora a Berlino;

1992, partecipa alla mostra “Allegorie del Modernismo” al Museo d’Arte Moderna di New York; partecipa alla Documenta 9, Kassel; partecipa alla mostra: “Parallel Visions, Modern Artists and Outsider Art”, Los Angeles, County Museum of Art; mostra di dipinti, disegni e sculture alla Gemäldegalerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlung, Dresda;

dal 1992 al 1995, espone in numerose mostre personali in Germania, Belgio, Inghilterra, Svizzera, Olanda ed anche negli U.S.A., fra le quali:

nel 1992 Cornerhouse, Manchester, Inghilterra; Kunstraum Alex Holm, Ulm, Germania “Lavori su carta e sculture”; galleria Rigassi, Berna, Svizzera “Città e donne” Hagener Kunstkabinett, Hagen Germania “Xilografie, incisioni e serigrafie” Albertinum e Staatliche Kunstsammlung e Gemäldegalerie Neue Meister, Dresda, Germania “A.R. Penck a Dresda, l’analisi di una situazione”; galleria David Nolan, New York, USA “Retrospettiva di disegni”.

nel 1993, Deutsche Bank, Lussemburgo “Grandi sculture”; galleria Faurschou, Copenhagen, Danimarca “Decemberstre”; galleria Coppens, Bruxelles, Belgio “Lavori su carta”; galleria Van Laethem, Rekem-Lanaken, Olanda “Ricordi di un altro mondo”; galleria De la Tour, Basilea, Svizzera “Rilievi”; museo Künstlerkolonie, Darmstadt, Germania “Ceramiche 1990-1993”;

nel 1994, galleria Raab Boukamel, Londra, Inghilterra “Dipinti e lavori su carta” museo della Manifattura di Maiolica, Karlsruhe, Germania “Ceramiche”; galleria Frank Hänle, Francoforte, Germania; galleria Michael Werner, Colonia, Germania “Sculture”.

Nello stesso periodo partecipa a numerose mostre collettive in tutto il mondo.

Quelle più importanti del 1992: Städtisches Kunstinstitut, Frankfurt, Germania “Lücke TPT, Quadri cooperativi di Penck, Gallasch, Kuhnert, Opitz”; Museo Ludwig, Colonia, Germania “I legami dell’amicizia, regali degli amici”; Palazzo Den Haag, Den Haag, Olanda “La stanza, lo specchio e la finestra”; galleria Chabot, Vienna, Austria “A.R. Penck - incontri - Andreas Urtei [unsicher] - sculture”.

Quelle nel 1993, galleria Vancouver Art Gallery, Vancouver, Canada “Collezione Vancouver”; E.A.C. Lyon, Francia “Autoritratti contemporanei”; Roma, Italia “Tutte le strade portano a Roma”; NCAF YOKOHAMA ’93, Fiera Internazionale di arte Contemporanea, Giappone; Muo [unsicher] Cocca, Roma, Italia “Pittore come scultore”; galleria Lucio Amelio, Napoli, Italia “Trismegisto”; galleria Michael Werner, New York, USA “Cinque artisti della galleria”; galleria Zimmermann, Francoforte, Germania “A.R. Penck e Frank Breidenbruch, dipinti, grafiche e oggetti in cooperazione”; National Portrait Gallery, Londra, GB “Mostra internazionale di ritratti contemporanei”.

E quelle del 1994-1995, galleria Susanne Ottesen, Copenhagen, Danimarca “A.R. Penck e Don Van Vliet”; galleria Deweer Art Gallery, Otegem, Belgio “Grafiche di Baselitz, Cucchi, Paladino e Penck”; galleria Beaubourg, Vence, Francia “Oggetti di artisti”; galleria Hans Mayer, Düsseldorf, Germania “Progetto MOSTRARE LA BANDIERA - per la democrazia - contro la violenza e la xenofobia”, Castel Ivano, Trento, Italia “L’incanto e la trascendenza”; galleria Michael Werner, New York, USA “Disegni: teste e torsi”; MASP Brasil, Biennale di Sao Paolo, Brasile “Cinque artisti tedeschi: Georg Baselitz, Jörg Immendorf, Per Kirkeby, Markus Lüpertz, A.R. Penck”; Gallerysm, Seoul, Korea “Espressioni - l’arte nuova in Germania”; galleria Living Art Gallery, Milano, Italia “Incontro - A.R. PENCK e Frank Breidenbruch”; galleria Zacheta, Varsavia, Polonia “Lo strappo nello spazio…”;

Galleria Nazionale della Città di Praga, Praga, Repubblica Cecha “Lo strappo nello spazio…”;
museo Tokyo Metropolitan Art Museum, Tokyo, Giappone “L’arte degli anni ’60”; istallazione del ciclo di sculture “Himmlische Stürzer”, in cooperazione con Frank Breidenbruch, nel parco di sculture Gori, Celle (Pistoia), Italia;

Stefano Graziano

Stefano Graziano nato a Teverola (CE) il 2/3/56 sin da ragazzo ha frequentato laboratori di scultura per l’apprendimento di scalpellino in marmo. Nel 1974 si è diplomato al Liceo Artistico di Aversa e si è diplomato all’Accademia di Belle Arti di Carrara nel 1978.

Principali mostre:

1978
Carrara, mostra personale galleria “Pagina Nuova”

1979
Aversa, mostra personale galleria “Centauro”

1980
Aversa, mostra personale “Circolo Culturale dei Medici”

1981
ha partecipato alla Biennale Internazionale d’Arte di Monza dove ha vinto il 4° premio per la scultura; ha ceduto al Museo d’Arte Moderna, Venezuela una scultura

1986
ha partecipato all’Expo Arte di Bari

dal 1986 al 1992 si è dedicato alla ricerca, progettazione e tecnologia per la lavorazione del marmo designe, realizzando per la MELIUS una serie di tavoli scultura

nel 1993
ha ospitato nel suo studio A.R. Penck e F. Breidenbruch dove ha realizzato alcune opere (quadri) in cooperazione

1995
Massa Carrara, mostra collettiva “1ª Mostra Internazionale di Scultura”; Germania, mostra collettiva “Villa Sinntrotz” (scultura)

1996
Cooperazione mostra personale “1 + 1 = uno” Capua (cooperazione F. Breid. e S. Graziano) con la partecipazione di A.R. Penck

Graziano ha avuto come maestri i prof. Silvio Coppola, Bruno Munari e Getulio Alviani; hanno scritto di lui: Florestano Toscano, Luigi Pagano e Piercarlo Santini.

Rückseite

CITTA’ DI CAPUA
Assessorato alla Cultura

Con il patrocinio della
Cooperativa Culturale CAPUANOVA

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FRANK BREIDENBRUCH STEFANO GRAZIANO A.R. PENCK 1 + 1 = eins

FRANK BREIDENBRUCH STEFANO GRAZIANO A.R. PENCK 1 + 1 = eins Capua – Palazzo Fazio – 4. Oktober 1996 Gemeinschaftliche Arbeit – „CO-OPERATION...