Freitag, 28. August 2026

Frank Breidenbruch Von Wuppertal nach Carrara – und immer wieder zurück

 

Frank Breidenbruch 

Von Wuppertal nach Carrara – und immer wieder zurück

Wer durch Wuppertal geht, kann Frank Breidenbruch begegnen, ohne ihm persönlich gegenüberzustehen.

Denn der 1963 in Wuppertal geborene Bildhauer und Künstler hat an verschiedenen Stellen der Stadt seine Spuren hinterlassen.

In Stein. In Bronze. In Brunnen. In monumentalen Skulpturen.

Und vor allem in einer künstlerischen Geschichte, die Wuppertal mit Carrara, Indien und schließlich auch mit A. R. Penck verbindet.

Die Geschichte beginnt in Wuppertal

Von 1982 bis 1985 absolvierte Frank Breidenbruch seine Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer. Anschließend arbeitete er zunächst in seiner Heimatstadt.

Bereits in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre folgten Einzel- und Gruppenausstellungen im Bergischen Land.

1988 wurde eine seiner Skulpturen in Wuppertal aufgestellt.

Doch im selben Jahr sollte sich sein künstlerischer Weg entscheidend verändern:

Breidenbruch ging nach Carrara.

In die italienische Stadt des Marmors.

Dort begegnete er A. R. Penck.

Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine über Jahre andauernde künstlerische Zusammenarbeit. Breidenbruch wurde Meisterschüler Pencks und arbeitete mit ihm an Skulpturen, Steinzeichen, Malerei und Grafik.

Und schließlich führte diese Verbindung wieder zurück nach Wuppertal.

Die Himmlischen Stürze – Breidenbruch und Penck in Wuppertal

Eines der bedeutendsten sichtbaren Zeugnisse dieser Zusammenarbeit steht bis heute am Johannisberg:

„Die Himmlischen Stürze“

Die monumentale Skulpturengruppe von Frank Breidenbruch und A. R. Penck wurde 1996 in Wuppertal aufgestellt.

Geschaffen aus weißem Marmor, erreicht die Arbeit Dimensionen von rund 7,8 × 4 × 8 Metern.

Heute gehört sie zu den markanten Kunstwerken im öffentlichen Raum Wuppertals.

Nachdem die Skulpturengruppe 2005 bei einem Unfall schwer beschädigt worden war, wurde sie neu errichtet.

Eine Arbeit verschwand nicht einfach.

Sie kam zurück.

Vielleicht ist auch das typisch für Breidenbruch.

Grenzen überschreiten.
Veränderung zulassen.
Zerstörung erleben.
Und etwas neu entstehen lassen.

Steinringbrunnen für Wuppertal

1993 gewann Breidenbruch die Ausschreibung des Nordstädter Bürgervereins Barmen für eine Brunnenskulptur.

1994 folgte die Realisierung des Steinringbrunnens für die Stadt Wuppertal.

Damit wurde seine Kunst zu einem unmittelbaren Bestandteil des öffentlichen Raumes seiner Heimatstadt.

„Lucky“ im Nordpark

1999 entstand eine weitere Arbeit in Wuppertal:

Die Brunnenanlage „Lucky“ wurde im Nordpark in Barmen errichtet.

Wieder treffen Kunst, Stein, Wasser und öffentlicher Raum aufeinander.

Kunst für den Wupperverband

2002 gewann Breidenbruch einen weiteren Wettbewerb für eine Brunnenanlage des Wupperverbandes.

Die Anlage wurde 2003 installiert.

Auch hier zeigt sich, wie stark seine Arbeit über Jahrzehnte mit Wuppertal verbunden blieb – obwohl sein künstlerischer Lebensweg ihn längst weit über Deutschland hinausgeführt hatte.

Helene Stöcker – Erinnerung in Bronze

2011 begann Frank Breidenbruch gemeinsam mit der bedeutenden Wuppertaler Bildhauerin Ulle Hees die Arbeit an einem Denkmal für die Frauenrechtlerin, Publizistin und Pazifistin Helene Stöcker.

Ulle Hees konnte das Modell noch selbst entwickeln, starb jedoch 2012.

Frank Breidenbruch vollendete das gemeinsame Werk.

2014 wurde das Helene-Stöcker-Denkmal vor der Bergischen Volkshochschule in Wuppertal aufgestellt.

So erinnert das Denkmal heute nicht nur an Helene Stöcker.

Es trägt gleichzeitig die Geschichte zweier Wuppertaler Künstler weiter.

Kunst für Wuppertal – und für Menschen

Breidenbruchs Verbindung zu seiner Heimatstadt zeigt sich aber nicht nur in monumentalen Skulpturen.

2011 beteiligte er sich am Skulpturenprojekt auf der Hardt.

2012 gestaltete er gemeinsam mit dem Wuppertaler Künstler Oliver Sachse 100 individuelle Porzellanteller für die Aktion „Über den Tellerrand hinaus“.

Die Arbeiten wurden in der Galerie ART IM TAL angeboten, ein Teil der Erlöse ging an die Wuppertaler Tafel.

2015 führte ihn das europäische Kunst- und Reiseprojekt UTOPIA – 3000 km Europa im Zug erneut nach Wuppertal. Arbeiten des Projekts wurden unter anderem in der Denk- und Schokoladenfabrik sowie im U-Club präsentiert.

Und selbst das Von der Heydt-Museum gehört zur Geschichte:

Eine von Breidenbruch geschaffene Bronzeskulptur befindet sich laut seiner Biografie im Besitz des Museums.

Frank Breidenbruch – ein Wuppertaler Künstler?

Ja.

Aber diese Bezeichnung allein wäre wahrscheinlich zu klein.

Sein Weg führte von Wuppertal nach Carrara, nach Indien, Sri Lanka, Mexiko, Japan, China und an viele weitere Orte.

Er arbeitete mit A. R. Penck.

Er studierte an der Kunstakademie in Carrara.

Er arbeitete mit Marmor, Bronze, Malerei, Film, Performance und Installation.

Und trotzdem führt ein Weg immer wieder zurück nach Wuppertal.

Vielleicht ist genau das der spannende Widerspruch dieses Künstlers:

Frank Breidenbruch ist ein Grenzgänger.

Zwischen Wuppertal und der Welt.

Zwischen Stein und Mensch.

Zwischen Monument und Augenblick.

Zwischen Licht und Schatten.

Und wer heute durch Wuppertal geht, kann einige dieser Geschichten noch immer entdecken.

Frank Breidenbruch – Grenzgänger zwischen Licht und Schatten.

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Frank Breidenbruch - Grenzgänger zwischen Licht und Schatten

 



Frank Breidenbruch – Grenzgänger zwischen Licht und Schatten

Stein. Mensch. Bewegung. Grenze.

Frank Breidenbruch ist ein Künstler, dessen Weg sich nur schwer auf einen Ort, ein Material oder eine Kunstrichtung reduzieren lässt.

1963 in Wuppertal geboren, führte ihn sein Weg als Steinmetz und Bildhauer nach Carrara, in die Welt des Marmors – und dort 1988 auch zur Begegnung mit A. R. Penck.

Aus der Begegnung entstand eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit.

Doch Breidenbruchs Weg führte weiter.

Nach Italien.
Nach Indien.
Zurück nach Wuppertal.

Immer wieder über Grenzen hinweg – geografisch, künstlerisch und gedanklich.

Seine Arbeiten beschäftigen sich mit dem Menschen, mit Bewegung und Begegnung, mit dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren.

Vielleicht ist gerade deshalb das Bild des Grenzgängers zwischen Licht und Schatten so passend.

Denn Kunst entsteht nicht immer dort, wo alles eindeutig ist.

Sie entsteht häufig genau dazwischen.

Zwischen Material und Geist.
Zwischen Schwere und Leichtigkeit.
Zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Zwischen Licht und Schatten.

Frank Breidenbruch hat diesen Zwischenraum über Jahrzehnte immer wieder betreten.

Und vielleicht liegt genau dort die besondere Kraft seiner Kunst.

Frank Breidenbruch

Grenzgänger zwischen Licht und Schatten

Wuppertal · Carrara · Indien · und immer wieder zurück zum Menschen.

Donnerstag, 13. August 2026

Frank Breidenbruch in der Gießerei

Frank Breidenbruch in der Gießerei - er holte seine  Arbeiten dort persönlich ab. 

Einige Nullen wurden gegossen und auch eine ganz neue und besondere Arbeit : 

Bergbau - Arbeiter - aufgrund einer Zusammenarbeit mit Andreas Stock. Die Bronzen waren geplant für für ein Museum. 











Donnerstag, 5. März 2026

Frank Breidenbruch ist der Totenkulturarbeiter aus Wuppertal

Der Begriff „Totenkulturarbeiter“, den Frank Breidenbruch für sich verwendet, ist kunsthistorisch und philosophisch sehr aufgeladen. Er beschreibt damit eine besondere Rolle des Künstlers im Umgang mit Erinnerung, Zeit und Vergänglichkeit.


Top Magazin Wuppertal aus dem Jahr 1996 : 


1. Kunst als Arbeit an Erinnerung



Ein „Totenkulturarbeiter“ arbeitet an den Spuren der Vergangenheit. In vielen Kulturen – von ägyptischen Grabarchitekturen bis zu europäischen Denkmälern – dient Kunst dazu, Erinnerung zu konservieren. Der Künstler wird damit zu einer Art Vermittler zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Breidenbruch stellt sich bewusst in diese Tradition: Seine Skulpturen sind nicht nur ästhetische Objekte, sondern Träger kultureller Erinnerung.



2. Verbindung zu archaischen Bildtraditionen



Die Arbeit von Breidenbruch steht auch in einem Dialog mit archaischen Formen – Stelen, Monumenten oder kultischen Zeichen. In der Zusammenarbeit mit A. R. Penck wird dieser Bezug besonders sichtbar: Penck arbeitete mit reduzierten, zeichenhaften Figuren, die an frühe menschliche Symbolsysteme erinnern.

In diesem Kontext bedeutet „Totenkulturarbeit“ auch: Arbeit an den Urzeichen der Menschheit.



3. Der Künstler als kultureller Ritualarbeiter



Der Begriff enthält auch eine bewusste Provokation. „Arbeiter“ statt „Genie“. Breidenbruch positioniert den Künstler nicht als romantischen Schöpfer, sondern als Handwerker einer kulturellen Aufgabe.

Diese Aufgabe besteht darin, Orte, Materialien und Zeichen so zu gestalten, dass sie Zeit überdauern und Bedeutung speichern.



4. Monument und Vergänglichkeit



Gerade bei Projekten wie der Skulpturengruppe „Himmlische Stürzer“ verbindet sich Monumentalität mit einer Reflexion über Vergänglichkeit. Der „Totenkulturarbeiter“ schafft Werke, die den Tod nicht verdrängen, sondern ihn als Teil der kulturellen Ordnung sichtbar machen.




Kurz gesagt:

Mit dem Begriff „Totenkulturarbeiter“ beschreibt Frank Breidenbruch den Künstler als jemanden, der an den Gedächtnisstrukturen einer Gesellschaft arbeitet – mit Stein, Form und Symbolen gegen das Vergessen.


Sonntag, 28. September 2025

Frank Breidenbruch · Eric Frank · Neue Ufer Wuppertal e.V. · Sparkasse Wuppertal · Natursteine Schmitz · Wupperverband

  🦫 Der Biber in der Wupper


Frank Breidenbruch · Eric Frank · Neue Ufer Wuppertal e.V. · Sparkasse Wuppertal · Natursteine Schmitz · Wupperverband
































Der Biber kam im Sommer 2019 nach Wuppertal – als grob vorgearbeitete Skulptur aus Eifeler Basalt. Er wurde als weiterer Störstein im Rahmen der Wupper-Renaturierung konzipiert, beauftragt durch Neue Ufer Wuppertal e.V. und finanziert von der Sparkasse Wuppertal.


Die eigentliche künstlerische Ausarbeitung erfolgte bei Natursteine Schmitz an der Hugostraße, wo der Bildhauer Frank Breidenbruch gemeinsam mit Eric Frank die Skulptur in mehreren Tagen fertig hieb. Damit wurde die Arbeit maßgeblich auf dem Gelände von Natursteine Schmitz realisiert.


Anschließend wurde der Biber verladen und zunächst im Kundenbereich der Sparkasse am Islandufer aufgestellt. Parallel wurde der Flussabschnitt ökologisch umgestaltet, um die spätere Platzierung im Wasser vorzubereiten.


Ein Jahr später erhielt der Biber auf dem Gelände des Wupperverbandes eine massive Bodenplatte und wurde dort von Natursteine Schmitz verdübelt, um ihn hochwassersicher zu machen. Danach setzte der Wupperverband die tonnenschwere Skulptur an ihrem heutigen Standort in die Wupper am Islandufer ein.


Der Biber ist Teil der Reihe behauener Störsteine, die mit „Lucky Lachs“ begann. Er verbindet künstlerische Arbeit und handwerkliche Umsetzung mit Gewässerökologie und Stadtgestaltung – und prägt seither das Bild der Wuppermitte am Islandufer.


Fotos : Frank Sirius


Donnerstag, 18. September 2025

„Metamorphosen des Lebens – 3Beiner gut, 2Beiner schlecht.“

 


„Metamorphosen des Lebens – 3Beiner gut, 2Beiner schlecht.“

Ein prägnantes Bild, eine klare Aussage. In der Begegnung von A.R. Penck und Frank Breidenbruch verdichten sich Kunst und Philosophie, Skulptur und Haltung. Ein Werk, das weit mehr ist als Form – es ist Kommentar, Transformation und Metamorphose zugleich.


Frank Breidenbruch – Bildhauer, Mensch, Mentor

 Frank am 19.09.2025 im Café Schimmerlos in Wuppertal 

Foto : Andreas Stock 

Frank Breidenbruch – Bildhauer, Mensch, Mentor


Frank Breidenbruch, der Bildhauer aus Wuppertal und Carrara, ist ein Künstler, der sich seit Jahrzehnten mit beeindruckender Konsequenz und Leidenschaft seinen Arbeiten widmet. Seine Skulpturen tragen die Handschrift einer tiefen Auseinandersetzung mit Material, Raum und Form, und sie sind geprägt von einer sensiblen Balance zwischen Kraft und Poesie. Ob in Carrara, wo er mit dem Marmor arbeitet, oder in Wuppertal, wo er seine künstlerische Basis hat – stets steht bei ihm das intensive Ringen um Authentizität im Mittelpunkt.


Als Mensch ist Frank Breidenbruch außergewöhnlich. Seit vielen Jahren bleibt er sich treu: freundlich, aufmerksam, nachsichtig, mitfühlend, einfühlsam. Eigenschaften, die ihn nicht nur als Künstler, sondern auch als Wegbegleiter und Freund einzigartig machen. Er hört zu, er reflektiert, er teilt seine Gedanken und Erfahrungen – ohne je den Anspruch zu erheben, Antworten vorzugeben.


So wirkt er nicht nur als Bildhauer, sondern auch als Mentor: Er inspiriert, ermutigt und schenkt Vertrauen. Begegnungen mit ihm sind immer bereichernd, weil sie weit über die Kunst hinausgehen.


Heute Abend im Café Schimmerlos war es wieder so weit: ein intensives Gespräch, ein Austausch über das, was kommt, und über das, was uns bewegt. Ein Treffen voller Resonanz und Dankbarkeit.


Frank Breidenbruch ist mehr als ein Bildhauer. Er ist ein besonderer Mensch – und für viele ein stiller, aber umso wirkungsvollerer Mentor.




Frank Breidenbruch Von Wuppertal nach Carrara – und immer wieder zurück

  Frank Breidenbruch  Von Wuppertal nach Carrara – und immer wieder zurück Wer durch Wuppertal geht, kann Frank Breidenbruch begegnen, ohne ...